Potsdamer Stadtverordnetenversammlung lehnt Windpark in Groß Glienicke ab

04.11.2026
Potsdamer Stadtverordnetenversammlung lehnt Windpark in Groß Glienicke ab

Hier der Bericht aus Tagesspiegel/PNN:

Abstimmungs-Drama zu Windparks in Groß Glienicke und Kartzow

Nach chaotischer Abstimmung haben die Stadtverordneten die Grundlage für einen Windpark in Kartzow gelegt – aber die Pläne für Groß Glienicke abgelehnt. Zur Abstimmung stand die Änderung der Flächennutzungspläne für die beiden Flächen im Potsdamer Norden. Nach der Abstimmung zu Groß Glienicke hatte sich der Vorsitzende der Stadtverordnetenversammlung, Hagen Wegewitz, zunächst verrechnet und verkündet, es gebe ein Patt mit 24 zu 24 Stimmen. Damit sei der Antrag abgelehnt.

Einige Minuten später korrigierte Wegewitz sich: Der Antrag sei mit 24 zu 23 Stimmen angenommen worden. Nachdem das Ergebnis angezweifelt wurde, ließ Wegewitz die Abstimmung wiederholen. Bei der neuen Abstimmung veränderte sich das Verhältnis: Mit 26 Gegen- und 25 Fürstimmen wurde der Antrag abgelehnt. Dagegen stimmten neben AfD und Freien Wählern auch Teile der CDU und einzelne Stadtverordnete anderer Fraktionen wie Axel Kruschat (Die Andere) und weitere seiner Kollegen. Beim Antrag zu Katzow war die Mehrheit etwas klarer, er wurde mit 30 Fürstimmen beschlossen.

Die Windräder sollen künftig dazu beitragen, Potsdam mit Strom aus erneuerbaren Energien zu versorgen. Eine Fläche befindet sich am Rande der Potsdamer Stadtgrenze zu Dallgow-Döberitz, die andere rund 700 Meter nordöstlich von Fahrländer Chaussee und Königsweg. Wie viele Windräder genau entstehen, soll im weiteren Verfahren noch geklärt werden. Die Ortsteile würden an den Einnahmen aus der Windkraft beteiligt.

Windkraftanlage, Windkraft, nachhaltige Energie
Die Abstimmung über Windkraft war denkbar knapp. © Andreas Klaer/Andreas Klaer

Die Vorhaben sind – wie oft bei Windkraft – bei Anwohnern umstritten. „Ich glaube nicht, dass generell eine Ablehnung existiert. Aber wir sind 5000 Leute und stemmen eine gesamtstädtische Aufgabe“, sagte Ortsvorsteherin Birgit Malik. Allerdings lobte sie die frühe Beteiligung und umfassende Information der Anwohner. (sca)

Keine Umfrage zu Windrädern in Groß Glienicke
Die Stadtverordnetenversammlung hat eine repräsentative Umfrage unter den Einwohnern von Groß Glienicke zu geplanten Windrädern abgelehnt. Eingebracht hatten den Antrag die Freien Wähler. Auch der Ortsbeirat hatte das Anliegen nicht unterstützt. (HK)


Hier der Bericht im Tagesspiegel:

https://kladower-forum.de/wp-admin/post.php?post=14890&action=edit&classic-editor

Und hier ein Bericht über die Infoveranstaltung zu zwei geplanten Windparks bei Groß Glienicke und Kartzow. Die Bürger sind skeptisch:

https://www.tagesspiegel.de/potsdam/landeshauptstadt/geplante-windrader-in-gross-glienicke-und-kartzow-warum-hier–und-nicht-woanders-16042321.html


03.08.2025

Die Errichtung von Windrädern auf den Rieselfeldern würde das Aus für unser Naherholungsgebiet bedeuten.

Es steht auch wortwörtlich in der „Änderung des Flächennutzungsplans: Windenergie in Berlin (01/24)“: „Die Bestandsnutzung des geplanten Windenergiegebiets ist geprägt durch die Nutzung als Landwirtschafts- und als Erholungsgebiet.“ (S. 67) Weiter heißt es: „…erstreckt sich das geplante Windenergiegebiet über die Landschaftsschutzgebiete LSG-39 „Rieselfelder Karolinenhöhe“, LSG-29 „Feldflur Gatow/Kladow“ und LSG-35 „Groß-Glienicke“ sowie über ein Ruhiges Gebiet gemäß Berliner Lärmaktionsplan mit entsprechenden Erholungsfunktionen. (…) Es handelt sich um eine gesamtstädtisch bedeutsame Potenzialfläche für Kompensationsmaßnahmen, die sich neben dem naturschutzrechtlichen Ausgleich im Rahmen einer Landschaftsentwicklung auch für dringend benötigte Ersatzhabitate besonders geschützter Arten.“ Hier der Link zur Öffentlichkeitsbeteiligungsseite des Flächennutzungsplans:
https://www.berlin.de/sen/stadtentwicklung/planung/flaechennutzungsplanung/oeffentlichkeitsbeteiligung/windenergie-in-berlin-01-24-1566188.php
Das Land Berlin hätte bis 2024 die Möglichkeit gehabt, durch eine Ausgleichszahlung seine Verpflichtung an ein anderes Bundesland zu übertragen. Dies geschah nicht. Es bleibt die Frage, ob Stadtstaaten wie Berlin mit ihren wenigen Freiflächen Windenergieflächen ausweisen sollten. Das ginge in Berlin nur, indem wertvolle Erholungs- und Naturflächen in energieindustrielle Funktionsflächen verwandelt werden.
Das Kladower Forum sieht sich als Kulturverein auch aufgerufen, Fragen der Gestaltung des öffentlichen Raums zu diskutieren. Ein Eingriff in die Kultur eines Landschaftabschnitts, der für die Kladower von großem Erholungswert ist, würde in der Form, in der er geplant ist, einen kulturellen Verlust bedeuten. Diesen hinzunehmen mit dem Hinweis auf Vorteile, die hierdurch in einem anderen Bereich der Daseinsvorge erzielt würden, ist zumindest diskussionswürdig.

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