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Frühjahr 2026 Seite 61
Unternehmungslustige Frauen
Frauentreff Orga-Team: Renate Rapp, Beate Lahr-Eigen, Christa Esselborn-Holm
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Schon seit vielen Jahren treffen sich Frauen unterschiedlicher Altersgruppen aus Groß Glienicke, Kladow oder Potsdam zu einer Vielzahl von Ausstellungen und gemeinsamen Ausflügen. Diese Aktivitäten bieten nicht nur die Möglichkeit, Kunst, Kultur und Geschichte kennenzulernen, sie bieten auch Raum für Austausch, Begegnung und gegenseitige Inspiration, gerade auch für neu zugezogene Frauen. Im Jahr 2025 waren wir besonders unternehmungslustig. Über einige dieser Unternehmungen möchten wir gern berichten. Es begann im Januar mit unserem obligatorischen Neujahrstreffen beim Griechen im Seecenter. Kurz danach besuchten wir im Rahmen der Reihe „Tag des offenen Ateliers“ den georgischen Maler Zaza Tuschmalischwili in seinem Haus und gleichzeitig Atelier in Groß Glienicke.
Dann waren wir gespannt auf das Werkbundarchiv – Museum der Dinge: Das ist ein Museum der Moderne – der Gestaltungsgeschichte industriell gefertigter Massenprodukte des 20. und 21. Jahrhunderts, Anfang des 20. Jahrhunderts gründete eine Gruppe von Künstlern, Architekten, Industriellen und Politikern den Deutschen Werkbund. Das Wirken des Werkbunds prägt das Design und die Architektur bis heute. Die kompetente und kurzweilige Führung geleitete uns durch die Gänge mit wandhohen Vitrinen, die Gegenstände von Alltagskunst präsentieren. Über manches kann man heute lächeln, es weckte aber auch Kindheitserinnerungen, anderes ist zeitlos und bis heute in den Haushalten zu finden.
Die Jubiläumsausstellung „Krieg und Frieden? 100 Jahre Bernhard Heisig – 1925-2025“ führte uns in das Schloss Sacrow. Man feierte das künstlerische Erbe von Bernhard Heisig (1925-2011), einem der bedeutendsten Maler der deutschen Nachkriegsgeschichte. Als Mitbegründer der Leipziger Schule zählt Heisig zu den prägendsten Künstlern des 20. Jahrhunderts. Das erkannte und schätzte auch der ehemalige Bundeskanzler Helmut Schmidt so sehr, dass er sein obligatorisches Kanzlerportrait von Heisig anfertigen ließ. Unser Besuch in der Ausstellung war eindrucksvoll und bewegend. Wir hatten das große Glück, von der Co-Kuratorin durch die Ausstellung geführt zu werden. Ohne dieses Fach- und Hintergrundwissen über seine Werke, seine Sicht auf sein Erlebtes, hätten wir die starke Aussagekraft seiner Bilder nur schwer erfassen können.
Im Juni begaben wir uns mit der Fähre in den hochsommerlichen Garten der Liebermann Villa. Diese ließ sich der Impressionist von P.O. Baumgarten als einen großzügigen Lebensort, fern vom Großstadtgetümmel, bauen. Der Garten, sowohl Landschafts- als auch Nutzgarten, diente Liebermann in späteren Jahren als Inspiration für viele seiner Bilder. Das Haus wurde nach seinem Tod von den Nationalsozialisten de facto der Familie entrissen, der Garten wurde zerstört. Nutzer wurde die Reichspost, später wurde es Lazarett. In der Nachkriegszeit wurde das Anwesen von einem Tauchclub genutzt. Heute wird das Ensemble durch die Max Liebermann Gesellschaft betrieben und ist als einzig verbliebener authentischer Ort aus dem Leben des Künstlers ein immer wieder lohnendes Ziel. Wir genossen die Zeit dort und erlebten eine dramatische, aber glückliche Rückfahrt auf der Fähre in Gewitterstimmung. Einfach mal nur entspannen, das war im Juli das Ziel unserer Potsdamer Schlösserrundfahrt mit dem Dampfer. Wir entdeckten die malerische Landschaft entlang der Havel mit Schlössern und Parks. Im August besuchten wir das Museum für Architekturzeichnung – im Gebäude der Tschoban Foundation in Berlin Mitte.
Der Architekt Sergei Tschoban präsentiert hier eine beeindruckende Sammlung aus der Zeit der DDR. Wir waren überrascht, welch reichhaltiges kreatives OEuvre die Architekten in der DDR geschaffen haben. Auch das Gebäude ist eine Augenweide.
Im September machten wir uns auf den etwas längeren Weg zum Museumspark Rüdersdorf. Dank einer fachkundigen Führung entdeckten und bestaunten wir die Denkmäler einer längst vergangenen Industriegeschichte, die bereits vor 750 Jahren ihren Ursprung hatte. Im Oktober ergab sich die einmalige Gelegenheit, an einer sehr seltenen Führung durch die „Schatzkammer“ der Stadt- und Landesbibliothek Potsdam teilnehmen zu können. Im November stand der Besuch der Joop-Ausstellung in der Potsdamer Schiffbauergasse auf unserem Programm. Für viele von uns nicht nur ein ästhetischer Genuss, sondern auch Anlass zur Bewunderung eines überaus fleißigen Künstlers, Modemachers und Bürgers Potsdams.
Was auch immer wir gemeinsam unternommen haben, wir freuten uns stets sehr auf das anschließende Beisammensein in einem Restaurant oder Cafè. Daraus entstand die Idee für einen regelmäßigen Frauentreff-Stammtisch. Gesagt, getan: Wir wollen uns nun regelmäßig alle 3 Monate zu einem Stammtisch treffen. Wer sich diesem Frauentreff gerne anschließen möchte, kann sich bei Birgit Malik melden: birgit.malik@schildbergs.de
